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Kein kantonales Kulturzentrum nötig

Der Regierungsrat hält fest, dass ein kantonales Kulturzentrum mit Zentrumsfunktion kaum Sinn macht und dezentrale Lösungen gefragt sind. Dafür allerdings will er die Verantwortung an die Bezirke und Gemeinden delegieren.

Verena Vanomsen, Armin Camenzind und Beat Hegner hatten als Mitglieder des Kantonsrats am 25. März 2009 ein Postulat eingereicht. Sie führten darin aus, dass im Bereich von Atelier-, Veranstaltungs- und Ausstellungsräumen im Kanton Handlungsbedarf bestehe. «Es mangelt an geeigneten und bezahlbaren Räumlichkeiten für Kunstschaffende jeglicher Kunstrichtung», führten die Postulanten auf. Der Regierungsrat solle daher aufzeigen, wo Atelier- und Kulturräume bestehen, wie sich der Kanton an deren Förderung beteilige und welche Abklärungen zur Führung eines kantonalen Kunst- und Kulturhauses getroffen werden.

Bedürfnisabklärung

Bereits eine Woche vor dem Eingang des Postulates hatte das Amt für Kultur einen Kulturraumbericht in Auftrag gegeben. Dieser wurde auch mittels sogenannter «Echo»-Abende in den einzelnen Bezirken zusammengestellt und dem Amt für Kultur übergeben. Die Kulturkommission hat sich damit befasst und dem Regierungsrat ihre Empfehlungen abgegeben. An der als «Echo»-Abende durchgeführten Bedürfnisabklärung habe sich gezeigt, dass der Kanton nicht nur über eine sehr aktive und vielfältige Kulturszene verfüge, sondern auch über viele Räumlichkeiten, in denen kulturelle Veranstaltungen stattfinden.Allerdings: «Nur bei wenigen handelt es sich aber um Kulturräume im eigentlichen Sinne mit entsprechender Ausstrahlung und Identität», bestätigt der Regierungsrat in seiner Antwort an die Postulanten.

Lösung soll dezentral sein

Der Bericht zeige aber auch auf, dass eine bezirksübergreifende, kulturelle Durchmischung eher selten stattfinde. «Ein einzelnes Kulturzentrum mit Zentrumsfunktion macht kaum Sinn. Gefragt sind dezentrale Lösungen.» Ein starkes Bedürfnis bestehe in alllen Bezirken nach zahlbaren und verfügbaren Produktionsräumen mit angemessener Infrastruktur zum Proben undArbeiten. Dies sind insbesondere Theater- und Musikproberäume sowie Künstlerateliers. Auch braucht die junge Kulturszene dringend Raum respektive Ersatzfür die verschwundenen Kulturhäuser «Gysko» in Pfäffikon und «Himmel» in Schwyz.

Der Kanton fördert

Der Regierungsrat hält fest, dass er die Bedeutung eines belebten zeitgenössischen Kulturlebens im Kanton ernst nimmt und in den letzten Jahren die für Kulturförderung zur Verfügung gestellten Mittel von jährlich 500 000 auf 700 000 Franken erhöht hat. Auch hat der Kanton Werkbeiträge und Kulturpreise verliehen. Mit Beschluss vom 9. Februar hat der Regierungsrat entschieden, dass er an der bisherigen strategischen Ausrichtung festhalten wird. «Ausgerichtet werden somit auch künftig ausschliesslich Förderbeiträge an kulturelle Projekte, nicht aber an Infrastrukturen.»

Gemeinden und Bezirke gefragt

Weil das Fehlen eines kantonalen Kulturzentrums kaum als Mangel empfunden wird und das Bedürfnis nach dezentralen Lösungen im Vordergrund steht, seien in der Frage der Unterstützung von Kulturräumen primär die Gemeinden und Bezirke in der Pflicht. Der Kanton will dazu aber Hand reichen, wie der Regierungsrat abschliessend festhält: «Das Bildungsdepartement wird mit den Kulturverantwortlichen der Gemeinde und Bezirke im Verlaufe der ersten Jahreshälfte 2010 in Verbindung treten und den Informationsaustausch intensivieren.»

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Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

26.03.2010

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